Feuchtgebiet

Dezember
27

Im St. Mary’s Hospital in Lacor, Gulu, Uganda, halten sich täglich bis zu 4000 Personen auf – Patienten, medizinisches Personal, Besucherinnen und Besucher. Das Spital verfügt über Wasserversorgungsanlagen, die von mehreren Brunnen gespeist werden. Das Abwasser wird über ein zentrales Kanalnetz gesammelt und in Abwasserteichen notdürftig aufbereitet. Vor allem diese unzureichende Aufbereitung der Abwässer verursachte Handlungsbedarf.

Eine gut funktionierende Abwasseraufbereitung ist deshalb so wichtig, weil es ohne sie unmöglich ist Krankheitserreger im Abwasser zu eliminieren. Sonst besteht die Gefahr, dass resistente Erreger über das Grundwasser in das Trinkwasser gelangen und so einen Krankheitskreislauf verursachen: Das mit Bakterien belastete Wasser wird aus den Brunnen gepumpt und gelangt so wieder in den menschlichen Körper. Diesen Kreislauf gilt es zu unterbinden, damit sich keine wasserbedingten Krankheiten ausbreiten können. Die Versorgung mit sauberem Wasser und der Zugang zu geeigneten Sanitärsystemen gelten als zentrale Herausforderung in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Verbesserung der Sanitär- und Wasserversorgung wird sowohl in den Sustainable Development Goals, den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN, als auch in Laudato Si, der Umwelt-Enzyklika des Papstes, als wesentliche Komponente im Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung gesehen.

 

Das ist der entwicklungspolitische Zusammenhang, in dem der Einsatz des Ziviltechnikers Dipl.-Ing. Josef Sperrer stand. Er plante im Auftrag von Horizont 3000 Anlagen zur Verbesserung der Wasserversorgung, der Nutzung des Regenwassers und zu einer Aufbereitung der Abwässer laut gesetzlichen Anforderungen. Nachdem tragfähige Lösungen gefunden waren und die Planung mit den zuständigen Entscheidungsträgern vor Ort abgestimmt worden war, wurden die erforderlichen Arbeiten öffentlich ausgeschrieben. Der BBM konnte als Best- und Billigstbieter diese Ausschreibung für sich entscheiden und wurde mit der Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen beauftragt.

Hochwertige Abwasserreinigung mit bewachsenem Bodenfilter

Die Abwässer im St. Mary’s Hospital wurden bisher ohne Vorreinigung den Abwasserteichen zugeführt, sodass sie in der Folge verschlammten. Nunmehr werden sie in einem diesen Teichen vorgeschalteten Absetzbecken mit einem Nutzvolumen von 300 m³ mechanisch gereinigt. Der sich in diesen Becken absetzende Schlamm wird abgepumpt und landwirtschaftlich verwertet.

Im Absetzbecken werden Grobstoffe zurückgehalten

Die Abwasserteiche reinigen das Abwasser nur unzureichend. Um die 200 m³ Abwasser pro Tag den gesetzlichen Anforderungen entsprechend zu reinigen, wurde ein bewachsener Bodenfilter mit ca. 850 m² Beetoberfläche errichtet. Dieser Bodenfilter stellt eine Kombination von Pflanzenkläranlage, Tropfkörper und Feststoffreaktor dar. Die anfallenden Abwässer werden dieser biologischen Stufe stoßweise zugeführt und mittels großflächig verlegter Verrohrungen auf die Oberfläche verspritzt.

Unterirdische Regenwasserspeicher

Im St. Mary’s Hospital wird Regenwasser für das Labor und die Waschanlagen verwendet. Zur Speicherung des Regenwassers wurden unterirdische Behälter mit je 50 m³ Nutzinhalt betoniert. Die Anlagen wurden sehr professionell von den lokalen Fachkräften errichtet.

Norbert Demmelbauer:              „Wir arbeiten seit Jahren mit Dominic Ocaka und seinen Mitarbeitern zusammen. Die hohe Kompetenz dieses Partners erleichtert uns die Umsetzung unserer Vorhaben enorm.“

Wasserversorgung – Leckbehebung vorrangig

Die durchgeführten Überprüfungen am Wasserversorgungsnetz zeigten rasch, dass etwa 30 % des geförderten Trinkwassers durch diverse Lecks im Versorgungssystem verloren gingen. Vor allem tropfende Armaturen, alte Dichtungen aber auch herkömmliche Lecks konnten ausfindig gemacht werden. Alain, ein österreichischer Installateur, schulte die vor Ort tätigen Installateure. Nunmehr können die lokalen Handwerker die erforderlichen Arbeiten selbst durchführen.

Sanitärräume komplett erneuert

Aufgrund des sehr effizienten Einsatzes der zur Verfügung stehenden Mittel, konnte auch eine Sanitärstation saniert werden. Erstmals wurden eingemauerte Spülkästen verwendet. Die zum Teil vollkommen korrodierten Eisenleitungen wurden erneuert.

Die Fachleute des BBM haben in Zusammenarbeit mit Ziviltechniker Josef Sperrer neue Standards, vor allem bei der Abwasserreinigung, gesetzt. Der neu entwickelte, bewachsene Bodenfilter ist in der Lage, auch große Abwassermengen hochwertig zu reinigen und eignet sich ideal zur Nachrüstung unzureichender Anlagen.

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