Lacor vorher nachher

Spital –
Wäschereien

In sehr vielen Spitälern Afrikas wird die Patienten- und Bettwäsche noch mit der Hand gewaschen. Dabei wird die Wäsche mit Seife vorgewaschen, anschließend in einem großen Topf gekocht und mit der Hand und Seife nachgewaschen. Probleme dabei sind:

  • der enorme Wasserverbrauch
  • der Umgang mit sehr infektiösen Viren und Bakterien
  • der Verbrauch von sehr viel Brennholz und Kohle für den „Wäsche-Kochtopf“
  • der geringe Durchsatz an Wäsche / Tag.

 

Bei Ausbruch von stark infektiösen Krankheiten ist das Personal extremen Bedingungen ausgesetzt – den Keimen einerseits und den starken Infektionsmitteln andererseits. Im Jahr 2000 sind zwei Wäschereimitarbeiterinnen am St. Marys Krankenhaus in Lacor, Uganda am Ebolavirus gestorben. Der Virus wurde durch die Spitalswäsche an die Wäscherinnen übertragen.

Durch den Umbau der Wäschereien – so wie es der BBM schon an vielen Krankenhäusern in Uganda durchgeführt hat – reduzieren sich die laufenden Kosten und verringert sich das Infektionsrisiko der MitarbeiterInnen, bei gleichzeitig mehr Wäscheumsatz und besserer Waschqualität, geringem Wasser- und Seifenverbrauch. Neue Konzepte werden immer mit dem Spitalsbetreibenden und den Mitarbeitern ausgearbeitet. So sieht auch jede Wäscherei ein klein wenig anders aus und ist auch organisatorisch dem jeweiligen Spital angepasst. Grundelemente sind:

  • Die solare Heißwassererzeugung: das Warmwasser / Heißwasser wird durch solare Kollektoren erzeugt und mit 85° C einer
  • Industriellen und vollautomatischen Barriere – Waschmaschine zugeführt. Die Waschmaschine trennt Schmutz und Sauberseite und nimmt sich nur so viel Waschmittel wie unbedingt erforderlich. Der Wasserbedarf gegenüber der Handwäsche sinkt auf einen Bruchteil (etwa Faktor 6). So können im Durchschnitt 100 kg Wäsche in etwa 40 min gewaschen werden. Eine thermische und chemische Desinfektion der Wäsche in der Maschine gewährleistet die Keimfreiheit.
  • Das Wäschesammelsystem: wie in unseren europäischen Spitälern mit Wäschesammelwagen und Säcken. Diese Methode verhindert die Infektion von Krankenschwestern und dem Wäschereipersonal. Die keimdichten Säcke werden geschlossen in die Maschine gegeben und öffnen sich in der Maschine von selbst.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Wäscherei-Komponenten bildet ein System welches täglich funktioniert und ineinandergreift.

Die ökologischen Komponenten einer Wäscherei gegenüber der üblichen Handwäsche sind

  • solares Heißwassersystem: das Aufheizen des Wassers erfolgt täglich gratis durch die Sonne. Am Matany Hospital zum Beispiel hat man vor der Umstellung monatlich zwei LKW Fuhren voll Brennholz nur für die Wäscherei verbraucht. Diese Reduzierung hat eine ganz besondere Bedeutung, da überall in Afrika die Wälder für Brennholz zerstört und nicht mehr aufgeforstet werden.
  • die industrielle Waschmaschine: Elektrischer Strom wird nur für den Antrieb des Waschmaschinenmotors gebraucht, nachdem die Heizung solares Wasser bezieht. Hohe Schleuderdrehzahlen bewirken eine fast trockene Wäsche und geringe Trocknungszeit.
  • der geringe Wasserverbrauch: Wasser wird in den meisten Krankenhäusern aus Brunnen mit 100 – 150 m Tiefe gepumpt. Jeder m³-Wasser kostet elektrische Energie. Je weniger Wasser gebraucht wird, umso mehr Energie wird bei den Pumpen gespart; zusätzlich wird der Grundwasserspiegel geschont.
  • weniger Wasser bedeutet auch weniger Abwasser. Durch den geringeren Wasserverbrauch wird auch die Kläranlage weniger beansprucht.

 

Die Praxis zeigt, dass selbst komplexe Systeme wie die Wäschereien weit über die übliche Lebenszeit der Maschinen betrieben werden können. Schlüssel ist vor allem das gut ausgebildete lokale Personal, ein regelmäßiger Service, die rasche Beschaffung von Ersatzteilen und die Schulung des Bedienpersonals.