Vergleich
Kläranlagen

Biologische Kläranlagen

Biologische Kläranlagen oder bewachsene Bodenfilter gehören zu den sogenannten naturnahen Kläranlagen. Die Reinigung des Abwassers erfolgt über ein komplexes Boden-Mikroorganismen-Pflanzensystem. Dabei spielt der Boden (Kies/Sand) als Träger für Mikroorganismen die entscheidende Rolle. Die Organismenzahl und –vielfalt ist wesentlich höher als im wässrigen Milieu von technischen Kläranlagen. Zusammen mit der langen Aufenthaltszeit des Abwassers im Bodenfilter ergibt sich eine hohe Pufferung gegenüber quantitativen und qualitativen Zulaufschwankungen. Biologische Kläranlagen sind nach längeren Zeiten ohne Zulauf und kurzzeitiger Überlastung funktionsfähig und es entsteht kein zu entsorgender Überschussschlamm. Die Bioaktivität ist in einem gleichmäßig warmen Klima konstant hoch. Damit sind sie für den Einsatz in tropischen und subtropischen Klima optimal geeignet.

Einziger Nachteil von biologischen Kläranlagen ist der höhere Flächenbedarf. Da nur ein hoher Bewuchs sichtbar ist, sind sie nicht als Kläranlage erkennbar und können im Gelände so platziert werden, dass sie als Wind- oder Sichtschutz wirken.

Bei einem vorhanden leicht fallenden Grundstück kann auf externe Energie komplett verzichtet werden (Verwendung von hydraulischen Hebern). Bei einem flachen Gelände ist der Einsatz von Abwasserpumpen erforderlich. Dies ergibt eine maximale Energiekennzahl pro Einwohnergleichwert  von 0,5 bis 1,0 kWh/EWxa (kWh pro Einwohnergleichwert und Jahr)

Hinzu kommt, dass das System der biologischen Kläranlage mit sehr wenigen technischen Einbauten auskommt. Wesentlich ist eine Schwallbeschickung des Bodenfilters  zu garantieren. Das geschieht über mechanische Heber oder automatische Ventile (bei fallendem Gelände) oder mittels Standard-Abwasserpumpen (z.B. Grundfos Abwasserhebeanlagen).

Berechnungsgrundlage ist der Energieverbrauch einer Heberpumpe und die jährliche Entleerung der Dreikammeranlage in das Vererdungsbeet (Kompostierung des Klärschlammes)

 

Mechanische Kläranlagen (europäischer Standard)

Eine mechanische Kläranlage arbeitet – zum Unterschied zur biologischen Kläranlage- mit Belebtschlamm. Um die Aktivität des Schlammes aufrecht zu erhalten, wird Luft in die Biomasse eingeblasen. Dies erfordert einen enormen elektrischen Energieeinsatz zum Betreiben der Hochleistungskompressoren. Dies ergibt eine Energiekennzahl pro Einwohnergleichwert  von 75 kWh/EWxa (kWh pro Einwohnergleichwert und Jahr) für Kläranlagen bis 1000 EGW.