CHH, BBM und die Frage der Ökologie

Die nach allen Regeln des energiesparenden Bauens errichtete MIVA-Zentrale, das ChristophorusHaus, wird 15 Jahre alt. Der BBM, der “Beschaffungsbetrieb der MIVA”, ist doppelt so alt, hat also mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel. Aber nicht nur die Mathematik verbindet die beiden. Man kann vielmehr behaupten, dass der BBM der Vater des ChristophorusHauses ist.

 

BBM

Alte Freunde und WeggefährtInnen der MIVA wissen längst, wie das zu verstehen ist. Als MIVA-Geschäftsführer a.D. Franz X. Kumpfmüller mit dem damaligen MIVA-Vorstand den BBM als 100-prozentige Tochterfirma der MIVA ins Leben rief, war bald klar, dass der BBM nicht nur für die Lieferung und Beschaffung von Fahrzeugen und anderen Hilfsgütern zuständig sein würde. Vielmehr sollte er in den Einsatzländern auch technische Hilfe anbieten, und das auf möglichst ökologische Weise.
Da der BBM zudem seine Dienste auch anderen Hilfsorganisationen anbot, kam es sehr bald zu äußerst fruchtbaren Kooperationen mit NGOs und Experten, etwa der Wiener Universität für Bodenkultur. So konnte man komplexe Projekte in Angriff nehmen. Der BBM – allen voran der unermüdliche Techniker Norbert Demmelbauer, der jedes Jahr Wochen und Monate in den Einsatzländern verbringt – konnte auf diese Weise nicht nur Kenntnisse der Ökologie anwenden, sondern auch viel Erfahrung in der konkreten Umsetzung sammeln. Photovoltaik-Anlagen, Heißwasser aus Sonnenenergie, Pflanzenkläranlagen oder Brauchwassernutzung gehörten bald zum Repertoire des BBM.

 

CHH

Als die finale Entscheidung, das ChristophorusHaus  zu bauen, gefallen war und Franz X. Kumpfmüller als Bauherr mit Architekten und Gewerken an die minutiöse Planung des Projekts ging, war von Anfang an klar, dass das Haus in Stadl-Paura nicht hinter den ökologischen Standard der BBM-Projekte zurückstehen sollte. Im Gegenteil: Es sollte ein Gebäude nach allen damals bekannten Standards des ökologischen Bauens werden. Ein Vorzeigeprojekt, das nicht nur seinen Zweck erfüllen, sondern auch als gutes Beispiel vorangehen sollte.

Darum das Passivhaus, das den Großteil der Energie, die es verbraucht, selbst erzeugt, darum die Erdwärme, die Holzbauweise, das Grauwassersystem, die Pflanzenkläranlage und die vielen kleinen und großen Einzelmaßnahmen, die das Haus tatsächlich zu einem “höchst aktiven Passivhaus” machen. Das ambitionierte Projekt, für das im Übrigen kein einziger Euro aus Spendengeldern aufgewendet wurde, erhielt zahlreiche Preise und wurde als “Best-LIFE Project” der Europäischen Union ausgezeichnet.

 

Ökologie

Das ChristophorusHaus wird noch immer regelmäßig von zahlreichen Interessierten besucht. Auch 15 Jahre nach der Fertigstellung gilt es in vielen Bereichen als bahnbrechend. Besonders erfreulich ist dabei, dass das Haus eben nicht nur ein ökologisches Vorzeigeprojekt ist. Sondern sich täglich als angenehmer, wohltemperierter und funktioneller Arbeitsplatz bewährt.

Seit der Gründung des BBM und der Errichtung des ChristophorusHauses ist die Dringlichkeit einer konsequenten Schonung der Schöpfung noch größer geworden. Mit beidem hat die MIVA Weitblick bewiesen.

Wasserversorgung für St. Mary’s Hospital

 

Land: Isingiro, Tansania
Aufgabe: Quellfassung und Schwerkraft-Wasserversorgung
Umfang: Turn Key (Planung, Lieferung, Bau) vom Versorgungsnetz, inkl. Rohrleitungen, Stahlbetontanks, (Haus-)Anschlüsse
Verwendetes Rohmaterial: PE Kunststoffrohre
Projektpartner: BSI Innsbruck
Laufzeit: Februar 2010 bis Februar 2011

 

Über eine zweieinhalb Kilometer lange Rohrleitung wird das St. Mary’s Hospital von Isingiro jetzt mit Trinkwasser versorgt. Das Projekt folgte einem ökologischen Rehabilitationsplan und wurde Anfang 2010 in Angriff genommen. Zunächst musste eine Quelle gefunden und gefasst werden; dazu wurde vom Quellsprung horizontal in den Berg gegraben. Ein Drei-Kammer-Schacht dient zur Reinigung des Wassers. Das starke Gefälle machte es nötig,etwa 150 Meter unterhalb der Quelle einen Zwischentank zu errichten, um den Druck in der Rohrleitung zu reduzieren. Entlang der Rohrleitung wurden zwei Kontrollschächte errichtet,die zur Inspektion und Wartung dienen.

Das Wasser wird in zwei neu errichteten Stahlbetontanks mit einem Fassungsvermögen von etwa 200 Kubikmetern gesammelt. Von dort wurden etwa 800 Meter Kunststoffrohre verlegt,die die einzelnen Häuser – auch die Wohnungen der Angestellten – mit Trinkwasser speisen. Im Krankenhaus selbst wurden für die Patienten und ihre Angehörigen zehn Wasserhähne installiert

 

Kinderheim St. Clare

 

Lage: Aber, Uganda (Diözese Lira)
Aufgabe: Planung und Errichtung von drei Haupt- und drei Nebengebäuden, Planung und Umsetzung der Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Energie)
Laufzeit: Anfang 2009 bis November 2011
Projektpartner: Seraphisches Liebeswerk (SLW) der Kapuziner und Diözese Lira

 

Der BBM hatte vom SLW den Generalauftrag für die Planung, die Bau-Koordination sowie die Installation aller technischen Einrichtungen. Ein ugandischer BBM-Mitarbeiter zeichnete sich für die lokale Bauüberwachung und die Koordination der Firmen auf der Baustelle verantworlich. BBM-Experten aus Österreich betreuten den Fortgang der Arbeiten im Zuge regelmäßiger Dienstreisen zum Projekt.
Zunächst wurde das betreffende Grundstück angekauft, gerodet und umzäunt. Auch eine Zufahrtsstraße zum Baugelände musste angelegt werden. Dann wurde ein Brunnen gegraben. Sein Wasser speist mittels Solarpumpe in einen 20.000-Liter-Tank. Drei Hauptgebäude wurden errichtet: die Unterkünfte für Mädchen und Buben mit je 108 Betten sowie ein zentrales Wirtschaftsgebäude mit Aula, Küche und Büros. Dazu kamen drei Nebengebäude: ein Schwesternhaus und zwei Gästehäuser für Kurzzeit- bzw. Langzeitgäste. Alle Zimmer wurden eingerichtet, Sanitär- und Elektroinstallationen vorgenommen. Auch der Landschaftsbau und das Anlegen von Zufahrtswegen wurde vom BBM übernommen.

Die Anlage in St. Clare wurde nach einem umfassenden ökologischen Konzept errichtet. Grauwasser aus Waschbecken, Duschen und Spülen wird in einem horizontalen Bodenfilter aufbereitet und in wassersparenden Spültoiletten wieder verwendet. Das Regenwasser wird in zwei 20-Fuß-Containern gesammelt und verwendet, zum Beispiel zum Wäschewaschen. Das Schwarzwasser wird in einer 3-Kammer-Anlage gesammelt und vorgereinigt und mittels Solarpumpe zu einer zweistufigen Bodenfilterkläranlage geleitet, wobei der zweite Bodenfilter (Fläche: etwa 100m2) durch einen mechanischen Hebemechanismus und ganz ohne Verwendung elektrischer Energie beschickt wird. Das gereinigte Abwasser wird in einem Tank gesammelt und zum Gießen der Plantagen und Grünflächen verwendet.

Sensorleuchten mit integrierten Bewegungsmeldern und Energiesparlampen reduzieren den Stromverbrauch. Diverse Photovoltaiksysteme versorgen alle drei Pumpen, die Notlichter in den Gebäuden, die Straßenlaternen und drei Gefriertruhen mit Strom. Das Warmwasser zum Duschen, Spülen und Waschen wird in zwölf Solaranlagen mit einem 300-Liter-Speicher aufbereitet.

Ökologische Energieversorgung für Jesuiten

Feedback von den Projektpartnern zur ökologischen Energieversorgung:

Alle Menschen sind von dem System fasziniert, weil sie noch nie ein so großes System gesehen haben, außerdem funktioniert es sehr gut. Jeder ist sehr glücklich und ich denke, sie denken an andere Orte, denn Strom in Tansania ist sehr unregelmäßig. Jemand hat mir gesagt, dass es ein Segen ist, weil nach der Installation die Stromzuteilung startete.

 

Projekt Überblick:

Ökologische Energieversorgung für

  • Jesuit Noviciate Arusha (16kW)
  • Radio Kwizera Ngara (15,5kW)
Land: Tansania
Aufgaben:
Verantwortungen:
  • Feinplannung
  • Beschaffung und Lieferung von Equipment (PV, Batterien, Wechselrichter, Kabel von Europa)
  • Installation von Elektrizität / PV Equipment, zusammen mit lokalen Experten
  • Inbetriebnahme
  • Training
Projektpartner:

 

Jesuiten
Dauer: Oktober 2014 – Oktober 2015

 

Für weitere Informationen, kontaktieren Sie bitte den Projektmanager Michael Dornetshuber: m.dornetshuber@miva.at

 



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