Berichte aus dem Südsudan

Der Südsudan, eines der ärmsten Länder der Welt, ist Schwerpunktland des BBM. Um die Situation im Südsudan besser zu verstehen, teilen wir gerne folgende Links zu Berichten und Videos von unseren Projekt-Partnern im Südsudan:

En tierra de los Dinka

 

Erneuerung des St. Francis Krankenhaus, Südsudan

Vorbereitungen:

Das St. Francis Krankenhaus in Marial Lou ist das größte in dieser Region. Das Krankenhaus hat sich von einem Notfall-Krankenhaus zu einem permanenten Krankenhaus für die umgebenen Gemeinden verwandelt. Aber auch die Nummer der Patienten ist über die letzten Jahre konstant gestiegen.

Die ausgehändigten Strukturen von „Ärzte ohne Grenzen“ sind nicht- oder halb-permanente Bauten. Die Lebenserwartung von solchen Strukturen liegt normalerweise zwischen 3 und 15 Jahren. In diesem Zeitraum müssen alle Gebäude renoviert oder erneuert werden.

Der existierende Operationssaal ist ein nicht-permanentes Gebäude, in welchem Lehmziegel für die Wände, ungeeignete Böden, Decken und Dach-Bauten verwendet werden. Geöffnete Fenster sind das einzige Lüftungssystem. Mit dieser Situation ist es nicht möglich die Mindesthygienestandards zu erfüllen.

 

Vorgestellte Technologie für den neuen Operationssaal:

Der neue Operationssaal ist nach internationalen Hygienestandards und -normen geplant. Die größten technischen Aspekte sind:

 

Patienten-Handhabungs-Kreislauf:

Es gibt einen abgetrennten Patienten-Handhabungs-Kreislauf, welcher

  • die Vorbereitung des Patienten (Vor-Operation),
  • die richtige Operation in dem Operationsaal zulässt
  • sowie die Zeit in der Intensivstation (Nachoperation)
  • und zum Schluss die Verlegung auf die Krankenstation über den Ausgangsraum.

 

Angestellten-Kreislauf:

  • Separater Eingang für Angestellte
  • Duschen und Waschbecken
  • Mitarbeiterraum
  • Übergangsraum
  • und separater Eingang in den Operationssaal

 

Ausrüstungs- / Material-Kreislauf:

  • Inkl. Spülung der Instrumente
  • Übergangsraum
  • Sterilisations-Raum

 

Hohe Qualitäts-Baustandards:

Das Gebäude hat grundsätzlich zwei verschiedene Bereiche. Einer ist das Zentrum mit Klimaanlage und alle anderen Räume sind mit natürlicher Belüftung. Die Wände sind mit gebrannten Lehmziegeln (Ugandischer Lehm) von der Außenhitze isoliert. Die kalten Teile des Gebäudes bleiben durch Doppelwände kalt gehalten. Alle Böden sind mit speziellen Bodenfliesen und alle Wände mit speziellen Wandfliesen. Die Innenhöhe des Operationsaals ist die Standardhöhe 3m, damit noch Platz für spezielle Geräte und Kopflampen ist.

 

Dach – teilweise Flachdach:

Das Flachdach bedeckt die höheren Teile startend bei dem Vorbereitungsraum bis zum Ausgangsraum:
Alle Hilfsräume sind mit einem qualitativen Wellblech bedeckt. Photovoltaik-Paneele bedecken das Flachdach vollständig, damit sie genug Energie an die Kühlgeräte liefern können, und auch an das Operationsaal Batteriesystem.

 

Türen und Fenster:

  • sind von Europa
  • perfektes Verschließen
  • gute Luftdichtheit

 

Operationssaal-Belüftungssystem:

  • Europäische Lüftungssysteme für den Operationssaal.
    Der Luftdruck innerhalb der Operationssäle wird kontrolliert und Überdruck verhindert.
  • Eintritt von Staub von außen.

 

Photovoltaik System:

Der vorgeschlagene Operationssaal ist völlig selbstständig, es wird kein Generator oder ein anderer Stromgenerator, abseits von den Solar-Reihen, gebraucht. Das System besteht aus 14400 WP Solarfeldern, die 3 interaktive Netzwechselrichter versorgen. Für größere Solarsysteme, die Klimaanlagen versorgen, ist er besser den Solarstrom direkt in Belüftung (Air-Conditioning=AC) umzuwandeln. Deshalb werden diese Systeme „AC-Systeme“ genannt.AC Systeme haben eine höher Energieeffizienz im Vergleich zu anderen Systemen. Der Netzwechselrichter wandelt die Solarenergie direkt in AC um. Die übrige Energie, welche nicht von Klimaanlagen verwendet wird, wird für das Aufladen der Batterien verwendet.

 

Kühlgeräte:

Die Operationszeit in dem Operationssaal beruht auf den geplanten und den ungeplanten Operation im Krankenhaus. Theoretisch kann die elektrische Energie nur während Sonnenschein verwendet werden, meistens zwischen 8 Uhr früh und 5 Uhr Abends. Während dieser Zeit kann die elektrische Energie direkt verwendet werden (Licht, Lüftung, OP-Ausrüstung, Kühlkompressoren etc.) oder es wird in Batterien aufbewahrt. Das Kühlen beansprucht normalerweise sehr viel Strom, deshalb wird in diesem Konzept die Kühlenergie als kaltes Wasser in einem 5000 l Wassertank unter dem Boden des Operationsgebäudes aufbewahrt. Nachtoperationen können ohne den Gebrauch von elektrischem Strom für Kühlkompressoren /Belüftung gemacht werden.

 

Licht:

Flimmerfreies Licht ist für alle Räume geplant (energiesparend)

 

Elektronische Schutz-Schaltkreise:

  • Basierend auf internationalen Standards
  • Strom wird nur von Solaranlagen benutzt
  • Überschussstrom kann am Tag für Instrumentensterilisation verwendet werden

 

Wasser und Abwasser:

  • Waschbecken und Ventile sind aus Edelstahl gemacht
  • Das Wasser ist an der Wasserversorgung des Krankenhauses angeschlossen
  • Abwasser ist mit dem Abwasserkanal des Krankenhauses verbunden

 

PV-Anlage bei den DMI Sisters in Juba, Südsudan

Nach der Unabhängigkeit vom Sudan im Jahr 2011 dauerte der Frieden nur kurze Zeit an. Denn seit Dezember 2013 tobt im Land ein Bürgerkrieg. Vereinfacht gesehen handelt es sich um einen Konflikt zwischen zwei ethnischen Stämmen. Seit 2011 leben rund 18 Schwestern der Organisation DMI in der Region Wau und in der Hauptstadt Juba. Sie tragen dazu bei, das Bewusstsein für Frieden und Versöhnung zwischen den beiden Stämmen zu verbessern.

 

PV-ANLAGE

Das netzunabhängige PV-Solarsystem wurde entwickelt, um den DMI-Schwestern eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu ermöglichen. Es besteht aus 48 Solarmodulen, 10 Stapeln Greenrock AIB-Solarbatterien (mit 48Vcd 2,7 kWh), einem Notstromaggregat, einem Solarladegerät, Wechselrichtern und allem erforderlichen Zubehör für Installation und Erdung.

 

BATTERIERAUM

Das alte Lebensmittelgeschäft wurde umgebaut für die Lagerung der Batterien umgebaut. Die ausgewählten AIB-Solarbatterien sind langlebig, umweltfreundlich und beständig gegen hohe Außentemperaturen.

 

TECHNIKRAUM

Der Technikraum umfasst:

  • Quattro 48/1500/200-100/100-230V Wechselrichter/Ladegerät
  • Victron Color Control Gx Gerät zur Überwachung
  • Victron Smartsolar Laderegler MPPT 250/100-MC4
  • DC-Kombinierer HISbox 2 MPPT pro String T1/2
  • AC-Verteiler

Alle Geräte wurden gemäß den Vorschriften angeschlossen, programmiert und getestet. Die Leistungsabgabe an die verschiedenen Gebäude erfolgt über Erdkabel zu den verschiedenen Gebäuden, und alle Kabel sind zur einfachen Identifizierung gekennzeichnet.

 

PUMPEINHEIT

Das Zentrum wurde mit der Grundfos-Tauchpumpe SQE 1-35 für eine konstante Wasserversorgung ausgestattet. CU 300 steuert gemeinsam mit einem Potentiometer für Grundfos CU 300-SPP1 die Pumpe, um den Durchfluss und den Wasserstand zu regulieren. Die anfänglichen PVC-Steigrohre wurden wiederverwendet und die gesamte Aktivität war erfolgreich.

 

NOTSTROMVERSORGUNG

Das Zentrum wurde mit einem GENMAC-Generator Urban RG8PS (8,0 kVA-230 VAC) als Notstromversorgung für das Solarsystem ausgestattet. Der Generator wird mit dem Signal vom programmierbaren Relais der Victron-Farbsteuerung GX in den Automatikmodus versetzt. Weiters waren in der Lieferung die wichtigsten Ersatzteile.

 

PV-Anlage an der De La Salle Jungenschule Rumbek, Südsudan

Die Schule befindet sich in Rumbek, Lakes State, im Südsudan. Es ist die jüngste Nation der Welt, die 2011 nach einem Krieg mit dem Nordsudan unabhängig wurde.

Aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs, der 2013 begann, wurden viele der bereits unzureichenden Bildungsinfrastrukturen zerstört. Es mangelt an Schulen, qualifizierten Lehrern und Materialien.

Im März 2018 eröffneten die Brüder La Salle außerhalb von Rumbek eine Sekundarschule.

 

PV-Anlage

BBM lieferte für die Schule eine PV-Anlage, die aus 110 Sonnenkollektoren mit 300 Wp besteht und sorgfältig auf einer speziellen Dachbaugruppe mit speziellem Schletter-Zubehör für die Dachmontage in der Sendung montiert wurde. Einer der dem Krafthaus am nächsten gelegenen Klassenblöcke wurde ausgewählt, da er stark genug war, um das Gewicht der Paneele zu tragen.

Im obigen Bild von links nach rechts gibt es:

  • Wechselstromverteilerkasten
  • drei SMA Sunny Tripower STP12000TL-20 Solarnetz Wechselrichter 12 kW
  • Hisboxen für die Überspannungsschutzboxen

Die Ausrüstung wird in einem der Büros auf einer Stahlplatte montiert, die an den Metallkonstruktionen des Fertighauses befestigt ist.

 

Batteriesystem

Dieses besteht aus 9 AXI-Lithiumbatteriesätzen mit einer Leistung von 10 kW, die parallel in einer Gleichstrom-Kombinationsbox an der Wand so nahe wie möglich an den SMA-Wechselrichtern angebracht sind.

 

Technikraum

Das Schulsystem besteht aus drei 8-kW-Wechselrichtern/Ladegeräten von Sunny Island, die ausreichend Strom für zwei Wasserpumpen und die Schulgebäude liefern, d.h. Klassenblöcke, Schlafsäle und Lehrerquartiere. Die Überwachung erfolgt durch Powerdog und unter Verwendung eines Tablets neben dem Wechselrichter/Ladegerät.

 

Wassersystem

Dieses besteht aus zwei Grundfos-Tauchwasserpumpen SQE 7-40, die in zwei verschiedenen Bohrlöchern östlich und westlich des Kraftwerks installiert sind. Bei den Pumpen ist die Steuerung CU300 in den jeweiligen Pumpenkammern installiert. Die Pumpen versorgen lokal geschweißte Tanks mit Wasser, deren Hauptversorgung mit der Schule verbunden ist, so dass sie gleichmäßig entleert werden. Die Stromversorgung wird durch eine Fotozelle gesteuert, die verhindert, dass die Pumpen die Batterie während der Nachtstunden entladen.

PV-Installation für Gesundheitseinrichtung in Loreto Girls’ School Rumbek

Die Gesundheitseinrichtung in Loreto ist die neueste des Kernprogrammes von Loreto Rumbek.

Besonderer Wert in der Gesundheitseinrichtung wird auf

  • Gesundheitsausbildung
  • Förderung der Mutter-Kind-Beziehung
  • Ernährung
  • Identifizierung und Überweisung von Kindern zum Impfen
  • Förderung von sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen

gelegt.

 

Photovoltaikanlage

Die Photovoltaikanlage besteht aus den drei Bereichen:

  • PV-Strom für Innenbeleuchtung und Steckdosen
  • PV-Strom für zwei Kühleinheiten
  • PV-Strom für das Pumpsystem

 

Der PV-Strom für die internen Schaltkreise besteht aus 21 Axitec-Solarmodulen mit 300 Wp, die mit Schletter-Montagematerialien auf dem Dach montiert werden. Das System ist über String-Anschlusskästen mit den Überspannungsschutzgeräten verbunden. Die Kühleinheit besteht aus vier Axitec-Solarmodulen mit 300 Wp und 2 Victron-Gel-Batterien. Der PV-Strom für das Pumpsystem besteht aus 7 Axitec-Solarmodulen mit 300 Wp.

 

Technikraum

In einem der Räume der Gesundheitseinrichtung wurden die Geräte installiert. An der Wand von links nach rechts: Wechselstromverteiler, Victron Multiplus 48/5000/70 – 100 230 Wechselrichter/Ladegerät, Lynx-Gleichstromverteiler (für Wechselrichter- und Solarladegeräte), zwei String-Anschlusskästen, Greenrock DC Combiner Boc (für die AIB-Batterien) und schließlich zwei Victron Blue Solar MPPT 150/85 Laderegler.
controllers

Es gibt 5 Stapel Greenrock AIB Aqueos Ionenaustauschbatterien (Salzwasserbatterien) mit 48V dc und jeweils 2,7 kWh, die an der Ecke hinter der Eingangstür für diesen bestimmten Raum montiert sind. Die Vorteile dieses Batterietyps sind, dass sie umweltfreundlich sin (keine gefährlichen Materialen/Säuren enthalten) und gegen hohe Außentemperaturen beständig sind.

Kühleinheiten

Besteht aus 2 unabhängigen Steca Solar Kühl-/ Gefrierschrank-Sets, vier 300Wp Solar-Paneelen sowie zwei Victron Gel Batterien.
Die Kühlschränke können so unabhängig betrieben werden. Die Kühleinheit wurde für die vorgesehene Verwendung programmiert. Einer ist für den Gefriermodus und der andere für den Kühlmodus gedacht.

 

Pumpsystem

Das Pumpsystem besteht aus der Grundfos IO 101, Grundfos CU 200 und der Überspannungsschutzgeräte. Das Bohrloch, in das die Pumpe abgesenkt wird, befindet sich etwa 25 bis 30 Meter vom Gebäude entfernt. Die Pumpe wurde von lokalen St Peter Claver Studenten gemeinsam mit ihren elektrischen als auch sanitären Ausbildern installiert.

Installation

Die Installation wurde von lokalen Studenten vom St. Peter Claver Ecological Training Centre gemeinsam mit einem Solar-Experten aus Uganda vorgenommen. Die Inbetriebnahme erfolgte im Beisein eines BBM-Technikers vor Ort.

 

https://www.loretorumbek.ie/

Gästehaus der Diözese Rumbek

Übergabe der Sachspenden

45 Bananenschachteln, befüllt mit Sachspenden aller Art von Bettwäsche über Handtücher und Geschirr, verließen im Sommer 2019 per Schiff den Hafen Hamburg Richtung Mombasa in Kenia. Die Bananenschachteln wurden von der MIVA/BBM in einem Sammelcontainer mit technischen Gütern wie Solaranlagen und Wasserpumpen mitgeliefert.

Kurz vor Weihnachten erreichte der Container, nach einer Lastautostrecke von 2100 km und zweiwöchiger Fahrt auf teilweise unbefestigen Straßen, das Gästehaus in Rumbek. Voll Freude und mit großem Dank wurden die Sachspenden an das Team des Gästehauses überreicht.

St. Daniel Comboni TB Hospital Marial Lou

Hilfe für Krankenstation im Südsudan

Die St. Daniel Comboni TB, Lepra und HIV Krankenstation Marial Lou liegt im Norden des Südsudan im Verwaltungsbezirk Tonj Ost. Das Einzugsgebiet hat in etwa die Größe von Oberösterreich. Es ist die einzige derartige Krankenstation für die dortige Bevölkerung. Der Fokus liegt auf PatientInnen mit hochinfektiöser Tuberkulose, Lepra und HIV. Zusätzlich zur stationären Behandlung werden täglich PatientInnen ambulant behandelt und durch medizinisches Personal in den umliegenden Dörfern nachversorgt. Die Krankenstation verfügt über eine Bettenkapazität von 42.

 

Zu den Aufgaben gehören:
  • Vorsorgliches TB-Screening, Labordiagnose und Einleitung der TB-Medikamententherapie für bestätigte Fälle. 568 TB-Verdächtige wurden 2018 untersucht, was zur Meldung von 102 TB-Patienten führte.
  • Sensibilisierung der Gemeinschaft für TB; im Jahr 2018 wurden 721 Schulungen zugunsten von 36.452 Menschen durchgeführt.
  • HIV-Testung und Beratung aller gemeldeten TB-PatientInnen. Dies führt 2018 zur Identifizierung von 5 Personen, die zusätzlich an einer HIV-Infektion litten.
  • Die Betreuung von TB-Behandlungsunterbrechern, um die Einhaltung der TB-Therapie zu verbessern, sodass die Therapie erfolgreich abgeschlossen werden kann.
  • Hausbesuche mit dem Ziel, die Kontakte eines TB-Patienten zu überprüfen. Dies geschieht, um die TB-Übertragungskette zu mildern, einschließlich der Vermeidung eines Rückfalls von TB.
  • Aufnahme von TB-Patienten auf der Station, die entweder geschwächt sind oder aus fernen Ländern kommen.

 

Die Herausforderungen, mit denen das Kleinspital zu kämpfen hat, sind groß:

Die Gebäude sind in einem sehr schlechten Zustand und stark renovierungsbedürftig. Das Kleinspital hat keine eigene Wasserversorgung, besitzt jedoch einen derzeit aus technischen Gründen unbenutzbaren Bohrbrunnen. Zur Stromversorgung steht ein kleiner Generator zur Verfügung, der jedoch oftmals defekt ist und keine kontinuierliche Energieversorgung gewährleistet. Für die Gesundheitserziehung und Sensibilisierung fehlt ein Projektor, um Videos über Tuberkulose und seine Auswirkungen zu zeigen.

 

Die Prioritätenliste der benötigten Unterstützung:
  • Wasserversorgung mit Solarpumpe wiederherstellen
  • PV-Anlage für Labor und Krankenstationen
  • Beamer für Gesundheitsschulungen
  • In weiterer Folge die Gebäudesanierung der Krankenstationen und des Ambulanzgebäudes

 

Süd-Sudan
Fläche 644.000 km²
(7,5x so groß wie Österreich)
Einwohner 12,5 Mio.
Bevölkerungsdichte 19,45 Einwohner/km²

 

Das St. Daniel Comboni Kleinspital besteht seit 1994 und ist eines von 14 Spitälern von AAA (Arkangelo Ali Association) im Südsudan. AAA engagiert sich für die Stärkung und Verbesserung der Lebensqualität von Menschen in schwer zugänglichen und unterversorgten Gebieten (wie Marial Lou) durch die Bereitstellung kostenloser Gesundheitsdienste, einschließlich TB-Betreuung, TB/HIV- und Leprabehandlung, mit dem Ziel, sie zu einem würdevollen und sozioökonomisch gesunden Leben zu verhelfen. Menschen mit einer dieser Krankheiten werden – neben dem körperlichen Leid – häufig stigmatisiert und aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

 

Anzahl der Personen, deren Lebensverhältnisse durch dieses Projekt spürbar verbessert werden:
  • 42 PatientInnen (Bettenkapazität)
  • unmittelbar ca. 1200 Personen (inkl. Ambulanzen, etc.)
  • ca 100.000 Personen im Einzugsbereich des Hospitals

 

Lage des St. Daniel Comboni Hospital Marial Lou:

8°01’57.2″N 29°10’56.6″E

https://goo.gl/maps/Caq2pKb58HozS4UT9

 

Solarenergie für Gästehaus in Pan Door

Projektpartner

Diözese von Rumbek – Südsudan

 

Projektort

Pan Door – Rumbek, Südsudan

 

Projektumfang
  • 26 kWp PV-Anlage mit 54 kWh Salzwasser-Batteriespeicher
  • 3-Phasiges Wechselrichter 3×10 kVA Inselsystem
  • Trinkwasser-Unterwasserpumpe
  • LED Straßenbeleuchtung
  • Hausanschlusskästen & Unterverteiler mit Power Monitoring System
  • LED Beleuchtung
  • Ventilatoren

 

Implementierungszeitraum

Lieferung von Österreich im Oktober 2019

Installation und Inbetriebnahme im Dezember 2019

 

Stromversorgung des Konvents der Loreto-Schwestern in Rumbek

Das Projekt für die Loreto Schwestern in Rumbek soll die Schwestern sowohl mit einer unabhängigen Stromversorgung versorgen, aber auch die Laufzeit von ihrem Dieselgenerator minimieren.
Die Installation wurde im August 2011 von BBM-Experten fertiggestellt. Die Photovoltaikanlage besteht aus 45 Modulen und wurde an zwei vorbereiteten 6 Meter hohen Seecontainern befestigt. Der vorige Batterieraum wurde in ein Stromsteuerzentrum umgewandelt, in welchem die neuen Batterien (12 Geräte, 2V Zellen) und weiteres Equipment (Solarladeregler, Wechselrichter, Energieverteiler) untergebracht ist.

Für die Stromversorgung des Büros wurde ein kleineres System (4 Solarmodule, 1 Wechselrichter, 1 Solarladeregler, 2 Solarbatterien 12 V) installiert.  Dies stellt sicher, dass der Büroalltag unabhängig vom Hauptsystem aufrechterhalten werden kann.

Land: Südsudan
Aufgabe: Planung und Auslegung des Photovoltaiksystems, Lieferung aller benötigten Komponenten, Installation durch österreichische Experten und lokale Assistenz
Installierte Modulleistung: 45 Module mit je 80 Watt Leistung, 3600 Watt installierte Leistung des Solargenerators
Batteriesystem: 12 wartungsfreie 2V Gel-Batterien mit einer Kapazität von 2000 Amperestunden (Ah)
zusätzliche Komponenten: 2 Wechselrichter 3000 W/24 V, 2 Solarladeregler MPPT 60 A
Projektpartner: Diözese Rumbek
Laufzeit: November 2010 bis August 2011

 

Healthcentre Modikolok, South Sudan

Healthcare-Centre Mondikolok: Bau einer Gesundheitseinrichtung im Südsudan

als Diplomarbeit von Christoph Lachberger und David Kraler an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien

finaziert durch / Auftraggeber: „Osttirol für Jalimo“ http://www.jalimo-hospital.at

 

Technische Einrichtungen / Infrastruktur geplant & geliefert von: BBM – Beschaffungsbetrieb der MIVA

Von der Grundlagenforschung bis zur Fertigstellung: Im Rahmen des in Kooperation mit dem Verein „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ realisierten Projekts Healthcare-Centre Mondikolok (Südsudan) wurden Planung und Bau der ersten Bauphase von Christoph Lachberger und David Kraler als Diplomarbeit an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien durchgeführt.

Wir sind stolz Sie bei diesem Projekt begleitet zu haben und so einen Beitrag zum Gelingen beigesteuert zu haben.

 

Eindrücke von Christoph und David:

„Waste?…Rubbish?…Trash?…Garbage?“ Mit einem großen Haufen Erdnüsse als Jause sitzen wir zwischen ein paar tukuls (traditionelle Lehmhütten) und fragen Samuel Kajowuya, wie er denn seinen Müll üblicherweise beseitigt. Wir scheitern.

Nicht an seinen Englischkenntnissen, sondern schlicht an der Tatsache, dass wir es nicht schaffen, ihm zu erklären, was wir mit Müll denn meinen. Erdnussschalen, Bananenschalen, Essensreste, gelegentlich vielleicht auch ein bisschen Holz oder Stroh: Was so anfällt, wird einfach fallen gelassen und täglich in die umliegenden Felder gekehrt. Eine Strategie, die Jahrhunderte lang gut funktioniert hat, doch mittlerweile gibt es auch hier Plastikflaschen, Getränkedosen, Schuhe, Batterien und Handys.

Der Müll liegt in den Feldern und auf den Straßen, doch weder in der Denkweise noch in der Sprache der Kuku-People ist er angekommen. Oft sind es derartige Kleinigkeiten und Missverständnisse, die uns zwischendurch wieder einmal bewusst machen, wie fern uns die lokale Kultur und Denkweise eigentlich sind – von Bau- und Lebensweise ganz zu schweigen. Doch gerade deshalb sitzen wir jetzt auf Kajowuyas Plastiksesseln, essen Erdnüsse, führen mit ihm das erste Interview unserer APD-Studie (=anthropological predesign study) und fragen, ob er uns in den nächsten Wochen als Übersetzer begleiten möchte.

 

Gemeinsam mit Kajowuya machen wir uns auf den Weg. In zahlreichen Gesprächen mit Bewohnern traditioneller compounds lernen wir die Bauweise, Kultur, Lebensweise und Wünsche der Kuku kennen. So auch den Traum vom permanent house, das im Gegensatz zu den traditionellen tukuls nicht von Termiten zerstört werden kann. Die Nachteile des permanenten Hauses werden dabei jedoch außer Acht gelassen: Das „moderne“ Mehrraum-Haus steht im konträren Gegensatz zur gewohnten Lebensweise unter freiem Himmel, die permanenten Materialien werden großteils nicht den klimatischen Bedingungen entsprechend eingesetzt und sind so teuer, dass sich Kleinbauern mit dem Hausbau finanziell vollkommen übernehmen – von den ökologischen Nachteilen der industriell gefertigten, aus Uganda importierten Materialien ganz zu schweigen.

Wir möchten es besser machen. Können wir mit dem Einsatz lokal vorkommender, natürlicher Materialien ein Healthcare-Centre bauen, das der Lebensweise der Kuku entspricht, sich in die durch ein diffuses Wegenetz verbundene Siedlungsstruktur einfügt, ein angenehmes Innenraumklima bietet und obendrein noch termitenresistent ist?

Auf Basis des vorgegebenen Raumprogramms und der Erkenntnisse der zuvor durchgeführten APD-Studie erarbeiten wir einen Entwurf und zugleich auch ein geeignetes Bausystem: Die völlige Entkopplung der Dachkonstruktion vom darunter liegenden Lehmbau bringt nicht nur Vorteile für das Innenraumklima und den Bauablauf in der Regenzeit, sondern stellt vor allem auch den ersten Schritt einer Strategie des konstruktiven Termitenschutzes dar. Durch die Zusammenfassung mehrerer schräggestellter Stützen zu einem Fußpunkt werden die potentiellen Angriffspunkte der flugunfähigen Insekten auf ein Minimum reduziert – die Stützenfüße werden in weiterer Folge noch mit stählernen „Termite Shields“ ausgestattet, sodass eine möglichst schwer zu überwindende Barriere entsteht.

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Neben den klassischen Entwurfs-Medien wie Skizzen und Modelle in unterschiedlichen Maßstäben erweist sich vor allem auch die Möglichkeit, vor Ort Prototypen zu erstellen als geeignete Arbeitsweise: Beim eigenhändigen Bau des Prototypen eines Fachwerkträgers sowie bei der Entwicklung einer Lehm-Stahl-Verbunddecke im 1:1-Versuch kann auf die Gegebenheiten vor Ort bestmöglich eingegangen werden. Weiters stellt sich die enge Zusammenarbeit mit den gut ausgerüsteten Werkstätten des lokalen Projektpartners, den Comboni-Missionaren Lomin, als wesentliches Potential der Arbeit vor Ort dar.

Auch in der Umsetzung, die ab September 2013 gemeinsam mit einigen österreichischen Helfern und einheimischen Fach- und Hilfsarbeitern stattfindet, stellt sich die Nähe von Planern und Ausführenden sowie die Möglichkeit, selbst am Bau mitzuarbeiten als wesentlicher Vorteil heraus. So können Details direkt vor Ort erarbeitet und gegebenenfalls auch unterschiedliche Techniken ausprobiert werden. Vor allem im Bereich des Lehmbaus bietet das erstaunliche Wissen der ruralen Bevölkerung im Umgang mit den lokal vorkommenden Materialien ein großes Potential, sodass auf lokale Bautechniken aufgebaut werden kann – es entsteht ein Wissens- und Technologietransfer in beide Richtungen, bei dem wir nicht nur lokale Bautechniken verbessern, sondern vor allem auch selbst viel von unseren afrikanischen Arbeitern dazulernen können.

Finalised Buildings

Finalised Buildings

Blog: gelatat.wordpress.com

Die Diplomarbeit gibt es in ansprechender Buchform:

Infos zum Buch: https://gelatat.wordpress.com/buch/

Buchbestellung: http://www.iva-icra.org/deu/index.html –> unter ‘Publications’

 

 

 



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